Argulakirche in Hausham wird abgerissen

Nach der "Entwidmung" der Argula-Kirche ziehen Kirchenvorsteher mit den vasa sacra und Paramenten von der Kirche ins Bürgerhaus. Ihnen folgen die beteiligten Geistlichen und die Gemeinde.

In Hausham geht mit der Aufgabe der Argulakirche eine fast 50-jährige gewohnte Ära zu Ende. 1965 beschloss der Kirchenvorstand, in Hausham mit einer eigenen Kirche sesshaft zu werden um den ca. 850 Gemeindegliedern, darunter vielen Flüchtlingen, eine neue kirchliche Heimat zu schenken.

Die Landeskirche bot 1967 ein Provisorium an, ein Gemeindehaus aus Fertigbauteilen. Zunächst lehnte der Kirchenvorstand ab, gab dann aber doch grünes Licht und durfte am 22. März 1970 dieses Haus feierlich einweihen. Mit seinem Namen Argula Kirche erinnerte es an die Mitstreiterin und Wegbegleiterin Luthers, Argula von Grumbach. Um die Jahrtausendwende bekam das Gebäude sogar einen richtigen Turm mit zwei Glocken und durfte sich jetzt mit Recht „Kirche“ nennen.

Aber der Boom verebbte. Mit dem letzten Landesstellenplan 2010 verlor Hausham seine halbe Pfarrstelle und wurde wieder von Miesbach aus versorgt. Die Zahl der Gemeindeglieder und der Gottesdienstbesucher gab damals einfach nicht mehr her.

Nun hätte die Kirche in Hausham einer gründlichen Sanierung bedurft. Jedoch die nachgewiesenen Schadstoffe im Baukörper verhinderten diese – man hätte neu bauen müssen oder das Gebäude halten, bis es nicht mehr vertretbar gewesen wäre. Der Kirchenvorstand fasste, nach längerem Zögern, Bedenken und Befragen aller Betroffenen einen zukunftsfähigen Beschluss. Wir wollen weiter in Hausham präsent bleiben und hier regelmäßig Gottesdienste feiern – aber wir geben diese Kirche hier mit ihrer schadstoffbelasteten Baulast auf und konzentrieren uns nach Miesbach – ohnehin waren etliche Haushamer schon lange in diese Richtung unterwegs.

Ein Rückzug aus Hausham? Baulich "Ja"! Aber nicht geistlich. Gottesdienste werden künftig im Bürgersaal gefeiert und der Haushamer Gemeindesprengel bleibt weiterhin betreut, auch wenn sich die Arbeit jetzt eher in Miesbach konzentriert. Aber das Glas ist eben nicht halbleer, sondern halbvoll.