Denkzettel zur Wahl

Ein Gedanke zur Zeit

Die Protestanten im Oberland stehen am nächsten Sonntag erneut vor der Wahl. In Bayern werden nach sechsjähriger Amtszeit neue Kirchenvorstände gewählt. Die Wellen vor und nach dieser Wahl schlagen allerdings nicht annähernd so hoch, wie am letzten Sonntag. Denn in aller Regel gibt es in den Kirchengemeinden keine Parteien und keine Fraktionen, kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander. Und keineswegs stört Vielfalt die Arbeit in der Gemeindeleitung, sondern sie bereichert sie gerade. So hielten die Wahlausschüsse der Kirchengemeinden im Frühjahr die Augen offen nach Jüngeren und Älteren, nach Frauen und Männern, nach Frommen und weniger Frommen. Offenheit für die Unterschiedlichkeit von Christen und ein Blick auf die Herausforderungen in der gesamten Gemeinde waren das entscheidende Kriterium bei der Nominierung der Kandidaten. Nicht alle Kandidatinnen und Kandidaten der Liste werden deshalb bekannt sein. Manche guten Leute stehen nicht so gerne im Mittelpunkt, sondern wirken eher geräuschlos, aber genauso effektiv mit.

Es ist eine andere Wahl als am vergangenen Sonntag. Mit ihr werden keine Leute zurückgesetzt und keine hervorgehoben. Wer nicht gewählt wird, fühlt sich in aller Regel seiner Gemeinde weiterhin verpflichtet und arbeitet trotzdem gerne mit. Aber die Wähler können am kommenden Sonntag ihrer Gemeinde trotzdem einen Denkzettel verpassen. Mit jedem Wahlzettel sagen sie: Liebe Kirchengemeinde, du bist mir wichtig. Mit meiner Stimme unterstütze ich Deine Arbeit für Gott und die Welt.