Der "Finde-einen-Regenbogen-Tag"

Ein Gedanke zur Zeit

Mit den USA assoziiere ich gegenwärtig eher negative Schlagzeilen: eine überhebliche „America first“-Politik, hart umkämpfte Gelder für eine 3200 km lange Mauer nach Mexiko, dann wieder eine wilde Schießerei an einer Schule oder die permanente Androhung von Handelskriegen gegen China, Europa und Deutschland. Höchste Zeit also, Positives aus den USA zu vermelden: Heute wird in den USA der „Finde-einen-Regenbogen-Tag“ gefeiert. Regenbögen sind seit Noahs Zeiten ein Friedens- und Hoffnungssymbol. Sie sind nicht alltäglich. Das menschliche Auge kann einen Regenbogen nur in dem Moment sehen, wenn es den Regen vor sich, dabei aber gleichzeitig die Sonne im Rücken hat. Und vielleicht hat dieses Lichtphänomen deshalb im April „seinen Tag“, weil in diesem Monat die Wetterwechsel bekanntlich rasch und unberechenbar aufeinanderfolgen: „Der April, der April, weiß nicht was er will“, so sagt die Wetterregel.

Regenbögen machen uns angesichts des Regens in besonderer Weise auf die trotzdem scheinende Sonne aufmerksam. Und der „Finde-einen-Regenbogen-Tag“ hält uns an, auch im gelegentlichen Grau in Grau unseres Alltags und in den sich abwechselnden Tiefdruckgebieten des Politikgeschehens die Hoffnung auf bessere Tage nicht zu verlieren. Ja, die Sonne scheint trotzdem, wolkenverhangen vielleicht oder im Rücken angesichts strömenden Regens. Es gilt, das Gute zu erwarten. Nur Regen, wie zu Noahs Zeiten, wird es nicht mehr geben. Für niemanden. Das hat Gott mit dem Regenbogen versprochen.

Dekan Martin Steinbach