Der Wechsel fördert die Entwicklung

 

Ist der Mensch eher für die Arbeit geschaffen oder für die Ruhe? Eine Glaubensfrage, die sich manchem nach den Ferien angesichts aufgetürmter Stapel in vernachlässigten Büros oder des wieder unerbittlich tönenden Schulgongs existentiell stellt. Die überfüllten Ferienorte und das Wohlbefinden angesichts von Dolce Vita scheinen eine klare Antwort zu geben.  

Der Naturforscher Charles Darwin würde allerdings bevorzugen, das Wort „geschaffen“ durch „entwickelt“ zu ersetzen. Die Lebewesen wurden aufgrund seiner Forschungsergebnisse nicht final geschaffen, sondern haben sich den äußeren Umständen angepasst und entwickelt, sonst hätten sie nicht überlebt. Solches Denken hatte damals einen Aufschrei der Kirche zur Folge, deren biblische Überzeugung über den Haufen geworfen schien. Dass Gottes Wort nicht nur eine Schöpfung hervorrufen, sondern auch eine Entwicklung steuern kann, wurde von Kreationisten nicht für möglich gehalten. Vielleicht liefert der Darwinsche Begriff der Evolution die Lösung auf die Eingangsfrage, ob der Mensch eher zum Arbeiten oder zum Ausruhen bestimmt ist. Weder – noch! Der Mensch passt sich einfach den äußeren Umständen an. Er wird sich also in den kommenden Wochen wieder an den Schreibtisch setzen, in die Schulbank quetschen oder hinter seine Werkbank stellen, sonst überlebt er nicht bis zum nächsten Urlaub. Und der Mensch entwickelt sich durch diese Wechsel weiter. Am deutlichsten zu sehen in der Schule. Dass Gott aber auch hinter dieser Entwicklung stehen und sie begleiten kann, das gilt es für uns am Ende von Urlaub und Ferien zu begreifen.