Stellung beziehen, Einmischen, Bewusstsein bilden

Pfarrer Dr. Mitri Raheb, Dr. Reiner Bernstein, Dekan Martin Steinbach, Judith Bernstein und Fuad Hamdan vor ca. 80 Zuhörern auf der Palästina-Synode des Dekanats (Foto: Birgit Botzenhart, Tölzer Kurier)

Sein 10-jähriges Jubiläum der Partnerschaft mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Hl. Land (ELCJHL) beging das Dekanat mit einer offenen Synode und besonderen Gästen. Der Bethlehemer Pfarrer Dr. Mitri Raheb war der Einladung genauso gefolgt, wie Judith Bernstein und Fuad Hamdan von der jüdisch-palästinensischen Dialoggruppe in München und der Nahost-Historiker Dr. Reiner Bernstein. Einig waren sich die Referenten vor allem in der Einschätzung, dass die israelische Regierung mit ihrer bewussten Zersiedelung der palästinensischen Westbank und dem Mauerbau quer durch palästinensisches Gebiet völkerrechtswidriges Unrecht begehe und den Frieden in der Region aufs Spiel setze. „Das Hl. Land braucht keine Mauern, sondern Brücken“, forderte Mitri Raheb in seinem Beitrag. Reiner Bernstein wies auf die enge Verflechtung der Schicksale beider Völker hin und ergänzte: „Ohne Sicherheit und Frieden für Palästina könne es keine Sicherheit und keinen Frieden für Israel geben.“ Nach einer breiten Aussprache in Arbeitsgruppen wurde von der Synode als Ergebnis festgehalten, dass es auch Aufgabe von uns Partnern der palästinensischen Protestanten sei, die bedrohliche Situation der Palästinenser so breit wie möglich zu kommunizieren. Auch gegenüber der Kirchenleitung, die in ihren Gesprächen mit der deutschen Regierung, aber auch mit Vertretern Israels auf die unerträglichen Missstände im Hl. Land hinweisen und zum Handeln auffordern müsse. In seinem Schlusswort wies Dekan Martin Steinbach darauf hin, dass es den Christen gelingen müsse, als Freunde beider Völker im Hl. Land noch deutlicher für die Rechte der Palästinenser einzutreten.