Erinnerung an Opfer des Todesmarsches

"Hier führte in den letzten Kiregstagen im April 1945 der Leidensweg der Häftlinge aus dem Konzentrations- lager Dachau vorbei ins Ungewisse" - steht auf den 22 Mahnmalen entlang der Route des Todesmarsches von Dachau nach Waakirchen zu lesen.

Vor 70 Jahren, in den Abendstunden des 26. April 1945 begann für die ca. 12.000 Häftlinge  des Konzentrationslagers Dachau und seiner Außenstellen die Evakuierung ins Ungewisse. In etlichen Hundertschaften wurden die KZ-Gefangenen auch durch Gemeinden unseres Dekanats in Richtung Alpen getrieben. Viele Häftlinge starben auf dem Weg an Erschöpfung und Krankheit oder wurden – hilflos am Boden liegend – von den SS-Schergen erschossen oder erschlagen. Der Sinn dieser Evakuierung bleibt umstritten. Sollte der Zug eine letzte Arbeitsreserve für die fiktive „Alpenfestung“ sein? War eine finale Vernichtung der Häftlinge geplant oder sollten diese dem Regime bei Kriegsende als Verhandlungsmasse dienen?

Der „Todesmarsch“ erreichte über Allach, Pasing, Gräfelfing und Gauting am 28. April Wolfratshausen. Am 30. April setzte sich der Zug fort und erreichte über Eurasburg und Königsdorf Bad Tölz und Greiling. Am 2. Mai befreiten die heranrückenden Amerikaner die ca. 3000 Überlebenden des Todesmarsches bei Waakirchen. Heute erinnern 22 Mahnmale des Bildhauers Hubertus von Pilgrim an die Wegstrecke der KZ-Häftlinge von Dachau nach Waakirchen. Ein weiteres beklagt in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem die Opfer dieses Todesmarsches.