Ev.-Luth. Kirche in Jordanien und im Hl. Land

Unsere Partnerschaft mit der Ev.-Luth. Kirche in Jordanien und im Hl. Land

Unsere Partnerschaft mit der Ev.-Luth. Kirche in Jordanien und PalästinaNach der Gründung des Dekanates Bad Tölz war die Frage nach einer Partnerkirche aufgetaucht. Die Dekanatssynode hat sich dann entschieden der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL) eine Partnerschaft vorzuschlagen.

Im September 2002 war Munib Younan, der Bischof der ELCJHL in Bad Tölz zu Besuch. Mit ihren Gemeinden, unter anderem in Jerusalem, Bethlehem, Beit Jala und Ramallah, geriet die Glaubensgemeinschaft in der Vergangenheit immer wieder zwischen die Fronten im Konflikt zwischen Israel und Palästina.

Dabei bemüht sich die ELCJHL aktiv um Friedenserziehung:
In den fünf Schulen der ELCJHL steht im Vordergrund, den Kindern - Christen und Muslimen gleichermaßen - gegenseitiges Verständnis und eine Zukunftsperspektive zu geben.

siehe auch: The Evangelical Lutheran Church in Jordan and the Holy Land (ELCJHL)

 
Dekanats-Partnerschaft mit der ELCJHL unterzeichnet

Sechs Jahre nach dem Beschluss der Dekanatssynode von Bad Tölz mit der Lutherischen Kirche von Palästina eine Partnerschaft aufzunehmen, wurde der entsprechende Vertrag am Sonntag Lätare (6. März 2005) in Jerusalem unterzeichnet.

Von links nach rechts: Partnerschaftspfarrer Friedrich Woltereck, Schwedischer Referent des Bischofs Rev. Kjell Jonasson, Altbischof Haddad (91 Jahre!), Bischof Munib Younan, Schwedischer Bischof Claes-Bertil Ytterberg, Pfr. Ibrahim Azar und Dekan Martin Steinbach mit der Partnerschaftskerze
Von links nach rechts: Partnerschaftspfarrer Friedrich Woltereck, Schwedischer Referent des Bischofs Rev. Kjell Jonasson, Altbischof Haddad (91 Jahre!), Bischof Munib Younan, Schwedischer Bischof Claes-Bertil Ytterberg, Pfr. Ibrahim Azar und Dekan Martin Steinbach mit der Partnerschaftskerze

Nach dem dreisprachigen Gottesdienst (Arabisch, Englisch, Deutsch) in der Jerusalemer Erlöserkirche (siehe Bild oben) trafen sich Bischof Munib Younan und Dekan Martin Steinbach zusammen mit ihren Gemeindevertretern zum feierlichen Austausch der Partnerschaftsurkunden. Der ELCJHL (Evangelic Lutheran Church of Jordan and the Holy Land) wird eine Brückenfunktionen bei den Bemühungen um Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit im Heiligen Land eingeräumt.

Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde am 6. März 2005

Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde am 6. März 2005
Von links nach rechts:
Dekanatspartnerschaftsbeauftragter Jan-Peter Schlesinger, Bischof Munib Younan, Dekan Martin Steinbach

Abschließender Höhepunkt der Reise von Gemeindedelegierten zur Partnerkirche Palästina war ein Treffen mit Bischof Munib Younan und Pfarrern der palästinensischen Gemeinden in "Abrahams Herberge" in Beit Jala nahe Bethlehem (siehe Bild unten).

Insgesamt befanden sich 18 VertreterInnen des Dekanats und seiner Gemeinden auf einer Begegnungsreise durch Palästina von Bethlehem bis Ramallah. Ziel der Reise war die Aufnahme von Kontakten zu den dortigen Gemeinden und das Kennenlernen ihrer Arbeit, um die Partnerschaft mit Leben zu erfüllen.

Insgesamt befanden sich 18 VertreterInnen des Dekanats und seiner Gemeinden auf einer Begegnungsreise durch Palästina von Bethlehem bis Ramallah.

Die weitere Gestaltung und Intensivierung der zu Beginn der Reise in Jerusalem unterzeichneten Partnerschaft zwischen der ELCJHL (der Evangelischen Kirche Palästinas) und dem Dekanat Bad Tölz stand dabei auf der Tagesordnung.

In den Tagen zuvor konnten sich die Delegierten ein Bild von der oft beispielhaften Arbeit der Gemeinden vor Ort machen: In einem durch die israelische Besatzung politisch und wirtschaftlich weitgehend ruinierten Land liegen die Schwerpunkte dabei auf der Bildungs- (Schulen) und Sozialarbeit (Diakoniestationen etc.).

Die Hoffnungen beim Abschlussgespräch, die Partnerschaft durch einen baldigen Gegenbesuch der Palästinenser in unserem Dekanat und durch Jugendbegegnung weiter beleben zu können, erwiesen sich als begründet: Spätestens im März 2006 wird Bischof Younan mit einer Delegation aus den palästinensischen Gemeinden zu einem offiziellen Gegenbesuch in Bad Tölz erwartet.

Munib Younan neuer Präsident des lutherischen Weltbundes

Der Bischof unserer palästinensischen Partnerkirche, Munib Younan (Jerusalem) ist neuer Präsident des Lutherischen Weltbunds (LWB). Die LWB-Vollversammlung wählte am 24. Juli 2010 den 59-jährigen Younan in Stuttgart in das Amt. Der Lutherische Weltbund ist ein Zusammenschluss von 145 Mitgliedskirchen, der 70 Millionen Gläubige repräsentiert. Munib Younan löst Bischof Mark S. Hanson (63) aus den USA ab, der bei der letzten Vollversammlung 2003 in Winnipeg/Kanada das Präsidentenamt übernommen hatte.
Dekan Martin Steinbach gratulierte Bischof Younan, der bereits mehrmals im Evangelischen Dekanat Bad Tölz weilte, sowie den Schwestern und Brüdern der ELCJHL noch am Wahltag herzlich zu diesem besonderen Amt. Steinbach freute sich, dass sich durch diese Wahl weltweit der Blick der evangelischen Christen auch wieder auf die friedlose und untragbare Situation der Palästinenser im Hl. Land richte.

 

"Meinen Frieden lasse ich Euch"

Bischof Dr. Munib A. YounanBischof Dr. Munib A. Younan
The Evangelical Lutheran Church in Jordan and the Holy Land
mit Gemeinden in Palästina, Jordanien und Israel

 

Jesus spricht zu seine Jüngern, "Meinen Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht" (Joh. 14, 27)

Jesus vergleicht den Frieden der Welt mit dem Frieden, den Er gibt. Der Frieden der Welt basiert normalerweise auf Eigeninteressen und wird durch militärische Gewalt, Ausschreitungen oder anderen Zwang erzielt. Über solchen Frieden hat Dr. Martin Luther King gesagt: "Wenn man Gewalttätigkeiten mit Gewalttätigkeiten beantwortet, multipliziert sich die Gewalttätigkeit und führt in die tiefere Dunkelheit einer bereits dunklen Nacht. Man kann nicht Dunkelheit durch Dunkelheit verjagen, nur mit Licht kann man das tun."

Der Frieden von Christus ist anders. Er basiert auf Wahrheit, Gerechtigkeit und Versöhnung. Durch das Kreuz wurde Jesus unser Frieden. Er behandelte nicht nur die Symptome des Unrechts und des Hasses, sondern kümmerte sich um die eigentliche Ursache der menschlichen Tragik. Am Kreuz stellte er unser Menschsein mit Liebe und echtem Frieden wieder her. In seinem Leben zeigte er uns, dass Frieden ohne Gerechtigkeit keinen Bestand hat.

Wir Palästinenser leben in dem Land, in dem Jesus geboren wurde, in dem er gewirkt hat und wo er gestorben und auferstanden ist. Die menschlichen und politischen Umstände in Palästina vor zweitausend Jahren sind erstaunlich ähnlich zu dem, was wir heute erleben: militärische Besetzung durch eine fremde Macht; Unrecht, Gewalt, Unsicherheit, Hunger und Krankheit; verängstigte Leute mit geringer oder nicht mehr vorhandener Stimme; eine Sehnsucht nach physischer und politischer Freiheit, nach einer künftigen Helligkeit mit Hoffnung. Dauerhafter Friede kann nur gefunden werden, wenn die Grundursachen des Konflikts gelöst werden: die Besetzung muss beendet werden, die Gewalttätigkeit muss aufhören und Gerechtigkeit muss eingeführt werden.

Dafür ist es erforderlich, dass sich die Herzen vollkommen ändern. Politiker, Regierungen - wir alle - müssen umkehren, weg von den Feindseligkeiten gegen die Nachbarschaft. Dadurch können beide Völker anfangen, Gott im anderen zu sehen, das Anderssein des anderen anzunehmen und gegenseitig des anderen menschliche, bürgerliche, religiöse und politische Rechte anzuerkennen.

Unser Herr hat die palästinensische Kirche dazu berufen ein Instrument des Friedens zu sein, ein Katalysator für Gerechtigkeit und ein Brückenbauer für ein Versöhnen der Palästinenser und der Israelis. Das ist es, was wir, palästinensische Christen an Weihnachten feiern - den wahren Frieden, den Jesus, sogar mitten im Krieg, der Unterdrückung und des Unrechts gibt. Lassen Sie uns alle arbeiten und beten für einen gerechten Frieden und für Versöhnung im Nahen Osten.

Lasst uns beten: Herr des Friedens, der Du in Bethlehem geboren bist, ändere unsere Herzen und mache uns zu Friedensstiftern. Amen.

Bischof Dr. Munib A. Younan
The Evangelical Lutheran Church in Jordan and the Holy Land
mit Gemeinden in Palästina, Jordanien und Israel

siehe auch: The Evangelical Lutheran Church in Jordan and the Holy Land (ELCJHL)