Großes Herz! 7 Wochen ohne Enge

Das ist ein Fasten, das ich mir gerne vornehme. In diesem Jahr versuche ich nicht, auf Alkohol, Süßigkeiten oder Fleisch zu verzichten, sondern auf „Enge“. Ich versuche also, mich damit anzufreunden, Dinge nicht mehr so eng zu sehen und Andere nicht aus meinem engen Horizont heraus zu beurteilen. Ich bemühe mich, nicht mehr verklemmt Dinge mit mir herumzutragen, die andere mir angetan haben oder gar engherzig dem anderen zu neiden, dass es ihm (auch) gutgeht.

Die Evangelische Fastenaktion „7 Wochen ohne“ regt in diesem Jahr an, ein „großes Herz“ zu haben: Ein Herz für Andere und Anderes. Ein Herz, das sich nicht verschließt, zu teilen, zu gönnen und zu verzeihen.

Ich kann nicht, und muss auch nicht alle Probleme dieser Welt lösen: Den Krieg in Syrien, den Hunger in Afrika, das Drama von Millionen hilfesuchender Flüchtlinge. Aber hier vor Ort sind ich und mein Herz gefragt. Hier kann ich wählen, zu pöbeln oder zu helfen, Angst zu haben oder Mut, mich raus zu halten oder herzlich auf Andere zuzugehen. Ich kann mein Gegenüber dazu bewegen, aggressiv zu werden oder mir seine Freundschaft und Dankbarkeit zu zeigen. Ich kann unseren Gästen durch mein Verhalten helfen, unsere Kultur zu verstehen oder sie zwingen, auf ihrer Kultur zu beharren. „Großes Herz!“ Gott hat dem Menschen zugesagt, sein steinernes Herz gegen ein großes Herz auszutauschen. Das geht wohl nicht auf einmal. Da braucht es ein bisschen Übung und Jesusnachfolge. Da sind 7 Wochen gerade mal ein schöner Anfang.