Michaelskirche in Dietramszell entwidmet

 

Seit dem 11. November werden in der Michaelskapelle in Dietramszell keine Gottesdienste mehr gefeiert. Das von Architekt Franz Lichtblau entworfene und 1961 eingeweihte Kirchlein am Schwaiganger ist nach einem Beschluss des Kirchenvorstands Holzkirchen entwidmet worden. Gründe dafür waren eine anstehende umfangreiche Renovierung u.a. wg. Schimmels in der dazugehörigen Mesnerwohnung, die von der Gemeinde nicht finanziert werden konnte. Auch die Besucherzahlen in den vierwöchentlichen Gottesdiensten waren so gering, dass die Dietramszeller Gemeindeglieder künftig regelmäßig nach Holzkirchen zum Gottesdienst eingeladen werden sollen. Dort fühlen sich die meisten Gemeindeglieder des Kapellen-Sprengels ohnehin beheimatet.

In seiner Predigt betonte Dekan Martin Steinbach, dass sich die Zukunft der Kirche nicht an Gebäuden entscheide, sondern in den Herzen der Gemeindeglieder. Er rief auf, die Konzentration der Gemeinde auf die Orte Holzkirchen und Sauerlach "getrost und unverzagt" auch als eine Chance zu begreifen. Die frei werdenden Ressourcen könnten an den Hauptstandorten der Gemeinde sinnvoller eingesetzt werden.

In der abschließenden Entwidmungshandlung übergab der Dekan die Vasa Sacra den Pfarrern Dörrich und Mickeluhn, sowie Kirchenvorstehern und der Mesnerin, die sie in einer kleinen Prozession aus der Kirche heraustrugen. Wehmütig, aber auch ein wenig erleichtert war die Stimmung der Verantwortlichen und der Gemeindeglieder (die meisten kamen aus Holzkirchen und Sauerlach) beim abschließenden Kirchenkaffee.