Talitha Kumi - eine deutsche Schule in Palästina

 

Rolf Lindemann, seit 2010 Schulleiter von Talitha Kumi in Beit Jala, besuchte mit Ebenhausen im Dekanat Bad Tölz eine der Partnergemeinden der deutsch-palästinensischen Schule. Mit vielen interessanten Aspekten zu diesem renomierten Bildungszentrum vor den Toren Jerusalems bot der Referent den ca. 50 ZuhörerInnen interessante, aber auch bewegende Einblicke in den palästinensischen Lebensalltag. Die Schule, nur einen Steinwurf weit entfernt von der von Israelis errichteten Mauer, bietet unter der Trägerschaft des Berliner Missionswerkes 1000 Schülerinen und Schülern Bildung und Entwicklung. Je zur Hälfte Christen und Muslime, sowie Jungen und Mädchen besuchen in dieser Einrichtung den Kindergarten, die Grundschule, das Gymnasium oder die Berufsschule. In diesem Jahr haben an der mittlerweile offiziell anerkannten "Deutschen Auslandsschule" 25 Mädchen und 10 Jungen das deutsche Abitur abgelegt, das ihnen ein Studium an jeder deutschen Universität ermöglicht. Die Schule "Talitha Kumi" ("Mädchen, steh auf!" Mk. 5, 41) wurde 1851 von den Kaiserswerther Diakonissen in Jerusalem für arabische Mädchen gegründet. Man wollte damit dem gesellschaftlich bedingten Ausschluss der Mädchen von Bildung entgegenwirken. Ein Internat ersparte den Schülerinnen die zum Teil weiten Anfahrtswege und schuf damit die Voraussetzung für die Beschulung. Heute bietet die Schule am neuen Standort Jungen und Mädchen Bildungschancen, sie beherbergt zudem ein gut frequentiertes Gästehaus, ein Umweltzentrum und besitzt Olivenbäume auf dem Jerusalemer Ölberg. Etliche Jahre untersagten Israelis den Schülern, die Bäume auch zu ernten, in diesem Jahr, so Lindemann, war eine Ernte der schuleigenen Bäume erstmals wieder möglich.