Eindrucksvoller Schlusspunkt des Reformationsjahres

(Im Bild von links: Die Miesbacher Bürgermeisterin Ingrid Pongratz und der Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak mit einem sichtlich gutgelaunten Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm)

Es war schon besonders, was die Gemeinden Miesbach und Neuhaus im Reformationsjahr alles auf die Beine stellten. Zum Ende dieses einjährigen Jubiläums nochmal ein besonderer Höhepunkt in der Apostelkirche: Der Landesbischof und Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm feierte mit der Gemeinde den zwölften und letzten Kantatengottesdienst. Mit einer wirklich besonders eindrücklichen Aufführung musizierte der Kammerchor des Miesbacher Gymnasiums unter der Leitung von Markus Zellinger die Kantate „Nun komm, der Heiden Heiland“. In seiner Ansprache, die wegen Überfüllung der Kirche auch in den benachbarten Gemeindesaal übertragen wurde, ging Bedford-Strohm unter anderem auf den PuK-Prozess (Profil und Konzentration) der Landeskirche ein. Die Miesbacher seien mit ihren Überlegungen zu der Haushamer Argula-Filialkirche bereits gut unterwegs in diesem Prozess. Auch wenn manches schmerzlich empfunden werde, so ermutigte der Bischof, hänge die Zukunft der Kirche nicht an ihrer Mitgliederzahl, nicht an ihren Finanzen und auch nicht an ihrer gesellschaftlichen Bedeutung. Allein Jesus sei die Quelle des Lebens für die Kirche.

Herzlicher Abschied von Volker Napiletzki

 

Viele gute Ideen hatten die Jugendlichen des Dekanats, um gemeinsam mit Dekan Martin Steinbach und Jugendpfarrerin Doris Wild ihren Jugendreferenten Volker Napiletzki herzlich zu verabschieden. Schon im Gottesdienst wurden zehn Adventstürchen geöffnet, um nochmal einen anerkennenden und oft witzigen Blick auf die Arbeit des Religionspädagogen zu ermöglichen. Eine Bilderpräsentation, später in Buchform überreicht und ein Zusammenschnitt von kreativen und lustigen Videobotschaften ehemaliger Mitarbeitender erheiterten den für viele traurigen Abschied, der mit einem festlichen Buffet und kurzen Grußworten gewürdigt wurde.

Mit der Seilbahn zum Weihnachtsfest

ZurZeit - ein Gedanke des Dekans zur Zeit

 

Zugegeben, die Tristesse des Novembers mit ihrem immer wiederkehrenden Totengedenken gehört nicht gerade zu den besonders begehrten Zeiten im Jahreskreis: Allerheiligen, Allerseelen, Reichskristallnacht, Volkstrauertag. Und auch der für die Pflegeversicherung geopferte Buß- und Bettag lud ja vormals nicht gerade zu Party und schönen Ausflügen ein. Da erfreut doch eher die in Bad Tölz schon vor dem Totensonntag eingeläutete Weihnachtszeit des Menschen Herz. Glühwein, Plätzchen und eine weit geöffnete Shoppingmall am Sonntag sind ein willkommener Gegenentwurf zu Mahnmal und Friedhof. Sie verstecken unser Gedenken schnell mal hinter Tannenzweig und Kerzenschein. Frohe Weihnachten!

Eine vertane Chance! Vielleicht täte es gut, im November dem Schmerz wirklich einmal Raum zu geben.

In Kochel erklingt eine neue Orgel

Die evangelischen Gemeindeglieder freuen sich dieser Tage über die neu entstehende Orgel in der Kirche in Kochel. Die Orgelbauer Stefan Neumeier und Matthias Bruckmann und die Intonateure Andreas Pörtinger und Markus Haag von der Firma Führer aus München fertigten das neue Instrument, das am 1. Advent um 9.30 Uhr im Gottesdienst eingeweiht wird.

Die neue Orgel ist ein zwar kleines, aber hochwertiges Instrument, das wunderbar in den besonderen Raum der Jugendstil-Kirche passt. In knapp 6 Monaten ist in der Münchner Werkstatt unglaublich viel Technik aus Holz, Metall, Leder, Filz, Papier und ein ganz klein wenig Plastik zusammengebaut worden. „Die Orgel ist die Königin der Instrumente, weil sie auf der Technik älterer Instrumente wie Querflöte und Hammerklavier aufbaut“, so die Instrumentenbauer Neumeier und Bruckmann.

Zur Einweihung "ihrer" Orgel werden sie wieder kommen, denn sie haben so etwas wie eine Beziehung zu dem Instrument aufgebaut. Dann wird die neue Orgel erstmals öffentlich zu hören sein. Es spielen dann Kirchenmusikdirektor Ulrich Knörr und Dekanatskantorin Elisabeth Göbel. Die Festpredigt hält Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler.

(Text und Bilder: Matthias Binder)

Mitgliederversammlung DW Oberland

Nicht nur Zahlen und Wahlen hatte das Diakonische Werk Oberland auf seiner Mitgliederversammlung in Wolfratshausen zu bieten. Interessant waren vor allem Einblicke in die vielfältige Arbeit des Werkes: Exemplarisch diesmal Andreas Brommont (Bild), Leiter der ökumenischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche im Landkreis Bad Tölz: Er konnte von den vielfältigen Angeboten und den ganz unterschiedlichen Arbeitsfeldern seines Teams berichten, das für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von 0 - 27 Jahren zur Verfügung steht. Egal ob in Sachen "Schreikinder" oder begleitetem Umgang von Kindern mit Elternteilen, die nicht in der Familie wohnen, die Beratungsstelle versucht zu unterstützen, zu vermitteln und zu verstehen. Das Team ist an allen Werktagen im Jahr mit mindestens zwei BeraterInnen erreichbar und schafft es in aller Regel, innerhalb von 1 - 2 Wochen einen ersten Gesprächstermin zu vereinbaren. Die Beratungsstelle ist Montag bis Freitag unter der Tel.-Nr.: 08041 / 79316-1230 oder auch unter der Mailadresse eb-toelz@caritasmuenchen.de zu erreichen.

Michaelskirche in Dietramszell entwidmet

 

Seit dem 11. November werden in der Michaelskapelle in Dietramszell keine Gottesdienste mehr gefeiert. Das von Architekt Franz Lichtblau entworfene und 1961 eingeweihte Kirchlein am Schwaiganger ist nach einem Beschluss des Kirchenvorstands Holzkirchen entwidmet worden. Gründe dafür waren eine anstehende umfangreiche Renovierung u.a. wg. Schimmels in der dazugehörigen Mesnerwohnung, die von der Gemeinde nicht finanziert werden konnte. Auch die Besucherzahlen in den vierwöchentlichen Gottesdiensten waren so gering, dass die Dietramszeller Gemeindeglieder künftig regelmäßig nach Holzkirchen zum Gottesdienst eingeladen werden sollen. Dort fühlen sich die meisten Gemeindeglieder des Kapellen-Sprengels ohnehin beheimatet.

Schöner neuer, alter Kirchturm

Es war ein ziemlicher Kraftakt der Kirchengemeinde Holzkirche: Mithilfe zahlreicher Spenden aus der Gemeinde und eines Zuschusses der Landeskirche wurde jetzt der Kirchturm der Segenskirche saniert. Die durch die natürlichen Schwingungen des Glockenturms aufgerissenen Holzbalken waren unkontrollierbar der Witterung ausgesetzt und die Statik des Turms damit nur noch schwer kalkulierbar. Jetzt wurden die Holzbalken durch Stahlstützen ersetzt, sowohl am Turm, als auch am Dach und an der Glockenstube. Nach aufwändigen und kostspieligen Vorarbeiten konnte dann innerhalb nur einer Woche die Demontage vollzogen und der Turm mit seinen stählernen Stützen wieder zusammengebaut werden.

500 Jahre nach der Reformation

Luther vor dem Reichstag in Worms - Glasfenster in der Tölzer Johanneskirche

Am 31. Oktober gedenken die Christen in vielen Teilen der Welt der Reformation der Kirche durch Martin Luther. Als Augustinermönch und Theologieprofessor nahm der 33-Jährige Anstoß an dem Gebaren seiner Kirchenleitung, vor allem an der Verkehrung des Evangeliums aus monetärem Interesse. Gegen die verbreitete Predigt „…sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“ protestierte Luther mit 95 Thesen, die er am Vorabend des Allerheiligenfestes 1517 in Wittenberg veröffentlichte.

Die Folgen dieser angestoßenen Kirchenreformation waren jedoch äußerst ambivalent. Neben einer erfreulichen Rückbesinnung auf die biblische Botschaft gab es auch dramatische gegenseitige Verwerfungen und eine weitere Spaltung der christlichen Kirche.

500 Jahre danach gedenken wir dieser Reformation in entsprechender Weise.

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