Christsein unter imperialer Macht

Der Holzkirchner Partnerschaftspfarrer Mitri Raheb aus Bethlehem im Thomassaal

Dr. Mitri Raheb, evangelischer Pfarrer aus Bethlehem besuchte im Anschluss an den Stuttgarter Kirchentag auch die Partnergemeinde Holzkirchen in unserem Dekanat. Seine Thesen an diesem Abend schienen nicht revolutionär, eher die Schlüsse, die er daraus zog: Dass die Bibel aus Palästina käme, wussten die ca. 50 Zuhörer bereits, dass aber die geopolitische Lage dieser Region großen Einfluss habe auf die Theologie in diesem Buch, war ein neuer Aspekt. Palästina sei immer ein Spielball der fünf umliegenden Großmächte gewesen: Persien, Mesopotamien, Ägypten, das osmanisches Reich und Europa hielten von Urzeiten bis 1945 (bis auf wenige Ausnahmen) dieses Land besetzt. Seit 1948 nun besetze der Staat Israel dieses Land und verdanke wiederum seine Existenz dem „europäischen Kolonialismus“. Auch Jesus habe ja sein ganzes Leben unter imperialer Macht (damals der Römer) verbracht.

Lucas Cranachs reformatorische Bedeutung

Gedanken zu Albrecht von Brandenburg: Daniela Thiel mit einigen Teilnehmern der Gruppe

Auf Einladung seines Vorsitzenden, Dr. Walter Steinbach, widmete das Evangelische Bildungswerk Bad Tölz dem Werk des Malers Lucas Cranach d.Ä. einen Besuch in der Alten Pinakothek in München. Cranach (ca. 1472 – 1553) gilt als einer der bedeutendsten Maler der Renaissance und maßgeblicher Mitstreiter der Reformation. Die Kunsthistorikerin und Journalistin Daniela Thiel zeigte in ihrer beeindruckenden Führung zwar nur fünf von insgesamt wohl 5000 Bildern aus der Werkstatt des Künstlers, ließ daran aber seine „revolutionäre“ Auseinandersetzung mit der geistigen Verfassung seiner Zeit aufblitzen.

Neue Mitarbeitervertretung

Die ca. 160 Mitarbeitenden der 12 Kirchengemeinden und des Dekanats Bad Tölz haben eine neue Mitarbeitervertretung gewählt. Für die nächsten vier Jahre wiedergewählt als Vorsitzende der MAV wurde Susanne Droste, Pfarramtssekretärin in Holzkirchen. Neue Stellvertreterin ist Elisabeth Göbel, Dekanatskantorin in Bad Tölz. Schriftführerin ist die Kinderpflegerin im Kindergarten Arget/Sauerlach, Nicole Mammitzsch. Weitere Mitglieder der MAV sind Dekanatsjugendreferent Dieter Hoff und Religionspädagoge Klaus Beckel.

Hilfe zum Sterben

Pfarrer Dr. Michael Frieß (rechts) vor der Frühjahrssynode des Dekanats Bad Tölz
Sie nehme persönlich aus diesem Vormittag mit, dass sie ihr Engagement für die Palliativversorgung und die Hospizbewegung noch verstärken wolle, resümierte eine Delegierte ihr Ergebnis von der Frühjahrssynode des Evangelischen Dekanats Bad Tölz. Eingeladen als Referent war diesmal Pfarrer Dr. Michael Frieß mit dem Thema „ethische Aspekte von Sterbebegleitung und Sterbehilfe“. Frieß referierte anläßlich des anstehenden Gesetzgebungsverfahrens im Deutschen Bundestag. Sind "Hilfe beim Sterben" und "Hilfe zum Sterben" wirklich unversöhnliche Alternativen? Mit den gängigen Argumenten sei der Forderung nach "Hilfe zum Sterben" schwer entgegenzutreten.

Ökumenischer Studienkurs in Josefstal

Oberkirchenrat Michael Martin (rechts vorne) und der Leiter des Studienzentrums Josefstal, Pfarrer Rainer Brandt (links), feierten mit den Teilnehmern des Studienkurses den Gottesdienst beim landeskirchlichen Empfang

Sie sind auch in diesem Jahr wieder eine ganz bunte Gemeinschaft, die Teilnehmenden des europäisch-ökumenischen Studienkurses der bayerischen Landeskirche in Josefstal (Schliersee): Männer und Frauen, Theologen, Pfarrerinnen und interessierte Laien, Anglikaner, Lutheraner, Orthodoxe, Reformierte und Waldenser aus etlichen europäischen Ländern treffen sich auch in diesem Jahr zum theologischen Austausch zwischen den verschiedenen, christlichen Konfessionen. „Wie leben wir unsere Beziehung zu Gott?“, so ist der 10-tägige Kurs in diesem Jahr überschrieben.

Erinnerung an Opfer des Todesmarsches

"Hier führte in den letzten Kiregstagen im April 1945 der Leidensweg der Häftlinge aus dem Konzentrations- lager Dachau vorbei ins Ungewisse" - steht auf den 22 Mahnmalen entlang der Route des Todesmarsches von Dachau nach Waakirchen zu lesen.

Vor 70 Jahren, in den Abendstunden des 26. April 1945 begann für die ca. 12.000 Häftlinge  des Konzentrationslagers Dachau und seiner Außenstellen die Evakuierung ins Ungewisse. In etlichen Hundertschaften wurden die KZ-Gefangenen auch durch Gemeinden unseres Dekanats in Richtung Alpen getrieben. Viele Häftlinge starben auf dem Weg an Erschöpfung und Krankheit oder wurden – hilflos am Boden liegend – von den SS-Schergen erschossen oder erschlagen. Der Sinn dieser Evakuierung bleibt umstritten. Sollte der Zug eine letzte Arbeitsreserve für die fiktive „Alpenfestung“ sein? War eine finale Vernichtung der Häftlinge geplant oder sollten diese dem Regime bei Kriegsende als Verhandlungsmasse dienen?

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